Jung sein und Corona

Bei einem von der J.DG organisierten Online-Austausch – mit den ProDG-MinisterInnen Oliver Paasch und Lydia Klinkenberg – haben Jugendliche den beiden Politikern ihre Fragen gestellt und Wünsche und Bedenken zum Thema „Jung Sein in Corona-Zeiten“ geäußert. Während mancher Teilnehmer eher beiläufig oder kritisch reingehört hat, gab es da eine ganze Reihe junger Menschen, die im Chat oder „vor laufender Kamera“ mit beeindruckender Offenheit mitdiskutierten.

Ein Mädchen, das seine persönlichen Zweifel bezüglich der Vereinbarkeit von Corona-Impfung und Fruchtbarkeit äußerte, zwei Jungs, die ihre Forderungen zu den sich verbreitenden Verschwörungstheorien und dem Umgang mit Fake-News konstruktiv formulierten, und Schüler und Studenten, die ihren schulischen und mentalen Zustand beschrieben. Probleme und Enttäuschungen kann man gut nachvollziehen. Dem Ende der Pandemie wird entgegengefiebert und Zukunftsperspektiven, Aktivitäten im Freien und die nervenaufreibende Sperrstunde werden thematisiert.

Die Botschaft ist: wir haben mehr Corona-Pandemie hinter uns als vor uns! Im Zuge des anfliegenden Hoffnungsschimmers werden gemeinsam die Lehren besprochen, die man aus der Krise ziehen kann. Das anzustrebende Gleichgewicht aus fortschreitender Digitalisierung – mit schnellem Internet auf jedem Quadratzentimeter Ostbelgiens – und menschlicher Nähe wird besprochen und die Rolle der Kommunikation, vor allem im Bildungswesen, unterstrichen.

Was einem im Laufe der Diskussion auffällt: Die Jugendlichen, die dort austauschen, haben Sorgen und Ängste, dürfen aber unserer Meinung nach nicht als „verlorene“ Generation angesehen werden, wie sie in den vergangenen Monaten in manchen Medien dargestellt wurden. Sie stehen anderthalb Jahre ihres Lebens eine Krise durch, in der sie am wenigsten verletzlich sind und trotzdem Rücksicht nehmen, wodurch sich Resilienz und Stärke zeigen. Sie lernen sich selbst und ihre Grenzen kennen und sehen manchmal sogar die positiven Seiten der veränderten Gegebenheiten. Sie schlagen sich durch den Schul-, Ausbildungs- und Studiendschungel. Und wir alle sollten stolz sein und wissen: Es werden bessere Tage kommen, an denen genau diese jungen Menschen ihre Besonderheiten unter Beweis stellen. Wenn es soweit ist, werden wir tägliche Umarmungen und Abhängen mit Freunden, Hobbys und Wettkämpfe, Schulausflüge und Abibälle, Festivals und Erasmus-Semester nicht mehr als selbstverständlich ansehen und uns hoffentlich noch lange daran erfreuen, wie gut wir es doch haben!

FĂĽr die J.DG – Jungbewegung Lisa Göbbels