Debatte um Stipendiensystem-Erweiterung

Im Januar dieses Jahres wurde das Stipendiensystem offiziell der ├ľffentlichkeit vorgestellt. Nun diskutiert das Parlament der DG (PDG) bereits ├╝ber eine Erweiterung des Systems auf Studien- und Ausbildungspl├Ątze au├čerhalb der DG.

In der j├╝ngsten Sitzung des Ausschusses III des PDG wurden das Stipendiensystem f├╝r Studien au├čerhalb der DG und der Fachkr├Ąftemangel in der Region thematisiert. Andreas Jerusalem (Ecolo) richtete eine Frage an Ministerin Lydia Klinkenberg (ProDG), um zu kl├Ąren, ob das Stipendiensystem nicht auf Mangelberufe ausgeweitet werden sollte, die nur au├čerhalb der DG studiert werden k├Ânnen. Der Abgeordnete betonte zudem die Notwendigkeit langfristiger L├Âsungen und Anreize, um mehr junge Menschen und Quereinsteiger f├╝r den Lehrerberuf zu gewinnen. Laut der k├╝rzlich ver├Âffentlichten Lehrerbedarfsprognose werden in Zukunft viele Lehrpersonen ben├Âtigt: Im Kindergarten werden im Schuljahr 2024-25 insgesamt 213 Vollzeit├Ąquivalente (VZ├ä) ben├Âtigt, in der Primarschule steigt der Bedarf bis zum Schuljahr 2029-30 um 50 VZ├ä an und in den Sekundarschulen wird im Schuljahr 2035-36 ein H├Âhepunkt erreicht, bei dem 86 VZ├ä mehr ben├Âtigt werden. Der Ecolo-Politiker erw├Ąhnte auch den Trend hin zur Teilzeitarbeit, der sich in den letzten Schuljahren weiter fortgesetzt hat.

Ministerin Klinkenberg erkl├Ąrte, dass das Stipendiensystem in zwei Phasen eingef├╝hrt wird. In der ersten Phase, die noch in diesem Jahr umgesetzt wird, soll das System f├╝r bestimmte nicht mehr schulpflichtige Zielgruppen eingef├╝hrt werden, darunter Studierende in einem Mangelberuf, Auszubildende in der dualen Lehrlingsausbildung, Sekundarsch├╝ler in einem siebten beruflichen Jahr und angehende Allgemeinmediziner und Zahn├Ąrzte. Diese erste Phase beinhaltet bereits die Ausweitung des Systems auf Medizinstudieng├Ąnge au├čerhalb der DG im In- und Ausland. In der zweiten Phase soll das System auf alle reglementierten Mangelberufe im Gesundheitsbereich ausgeweitet werden.

Klinkenberg betonte, dass die Einf├╝hrung eines erweiterten Stipendiensystems technisch sehr komplex sei und eine l├Ąngere Vorbereitungszeit ben├Âtige. Sie f├╝gte hinzu, dass die Mangelberufsliste des Arbeitsamtes als Basis f├╝r das Stipendiensystem dienen werde, die der IAWM-Verwaltungsrat zus├Ątzlich begutachtet.

Die Parlamentarier diskutierten die Vor- und Nachteile des Stipendiensystems sowie m├Âgliche L├Âsungen f├╝r den Fachkr├Ąftemangel in der DG. Kathy Elsen (ProDG) erkundigte sich nach dem Zeitpunkt der Ver├Âffentlichung der aktuellen Liste der Mangelberufe. Alain Mertes (Vivant) betonte, dass das Stipendiensystem allein nicht ausreichen wird, um den Fachkr├Ąftemangel zu beheben, und schlug vor, auch dar├╝ber nachzudenken, wie man an Schulen eventuell mit weniger Lehrkr├Ąften unterrichten k├Ânne. Stephanie Pauels (CSP) betonte die Notwendigkeit, die Attraktivit├Ąt des Lehrerberufs zu steigern und Quer- und Neueinsteiger besser zu begleiten. Karl-Heinz Lambertz (SP) schlug vor, eine professionell organisierte Einwanderungspolitik in Sachen Fachkr├Ąfte zu etablieren und fragte, ob das Stipendiensystem auch f├╝r Studierende gelten k├Ânne, die noch nicht ihren Wohnsitz in der DG haben.

Ministerin Klinkenberg best├Ątigte, dass die M├Âglichkeit, Personen einzubeziehen, die bereit sind, sich in der DG niederzulassen und hier zu arbeiten, derzeit gepr├╝ft wird. In Richtung Stephanie Pauels wies die Ministerin darauf hin, dass bereits viele Ma├čnahmen zur Steigerung der Attraktivit├Ąt des Lehrerberufs ergriffen wurden, wie unbefristete Vertr├Ąge ab Dienstbeginn und die ÔÇ×Lehrerkampagne zur Steigerung der Attraktivit├Ąt des LehrerberufsÔÇť.

Andreas Jerusalem ├Ąu├čerte Zweifel, ob das Stipendiensystem in der Lage sei, den Fachkr├Ąftemangel vollst├Ąndig zu beheben, und erinnerte an die Grenzn├Ąhe zu Luxemburg und Deutschland. Denkbar sei, dass Arbeitgeber aus diesen Regionen bereit sein werden, die Kosten, die das Stipendium erzeugt hat, f├╝r diejenigen zu ├╝bernehmen, die in ihren Arbeitsmarkt wechseln w├╝rden, gab Andreas Jerusalem abschlie├čend zu bedenken.

Grenzecho am 11.04.2023