August 2012: Unsere Zukunft ist erneuerbar

Sonne, Wasser, Wind, Biomasse, Kernspaltung: Welches Wort passt wohl nicht in die Reihe? Wenn es nach Melchior Wathelet geht KEINS.

Wie das sein kann? Ein Gesetz aus dem Jahr 2003 besagt, dass die drei ältesten Atomkraftwerke Belgiens Doel 1 und 2 sowie Tihange 1 im Jahr 2015 geschlossen werden sollen, es sei denn, dass dadurch ein Energieversorgungsengpass hervorgerufen würde. Melchior Wathelet nahm es zum Anlass, die finanzkräftige Atomlobby mit weiteren zehn Existenzjahren für den Kernreaktor Tihange 1 zu beschenken. Weder eine Alternativen-Prüfung und das Entsorgungsproblem des radioaktiven Mülls noch entsprechende Unfallszenarien wie in Fukushima fanden bei der Entscheidung ausreichende Berücksichtigung. Das AKW Tihange darf also seinen 50. Geburtstag erleben. TIHANGE bedeutet demnach so viel wie: ‚Terminiere immer „heiklen“ Atomausstieg NACH Galgenfrist der nuklearen Energielobby‘. Das Kraftwerk bei Huy steht jedenfalls mit seinem Namen für das Scheitern der Zukunftsvision des baldigen Atomausstiegs. Problematisch dabei ist, dass diese Entscheidung zudem die Förderung ökologisch sinnvoller Energiealternativen, wie die oben genannten, und damit das Aufbrechen der übermäßigen Abhängigkeit der Menschen von Großkonzernen behindert.

Viel versprechend, bedenkt man, dass Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Chemie in Mainz erst kürzlich festgestellt haben, dass die Wahrscheinlichkeit für einen weiteren nuklearen Super-GAU 200 mal höher ist als bisher angenommen. Dabei trägt Westeuropa das weltweit höchste Risiko einer radioaktiven Verseuchung durch schwere Reaktorunfälle.

Atomkraft „nein, danke“? Ja! ProDG steht nach wie vor für einen schnellstmöglichen Atomausstieg und einen verbindlichen Fahrplan für das Abschalten der Nuklearreaktoren in Belgien. Erneuerbare Energien, Energiesparen und Energieeffizienz sind die Pfeiler unserer Zukunft. Das bedeutet im Umkehrschluss: Intensiv nachhaltige alternative Energielösungen zu fördern und zu erproben und keine weiteren Laufzeitverlängerungen der ohnehin zeitlich begrenzten Atomkraftnutzung zu genehmigen!

Lydia Klinkenberg
ProDG-Fraktion