November 2012: Neue Planeten gesucht

Wirtschaftswachstum – das ist wohl eins der am häufigsten gebrauchten Wörter in der Welt.

Doch was bedeutet dieses Wort eigentlich für die Menschheit und damit auch für unseren Planeten? In den letzten 60 Jahren ist die Weltbevölkerung von 2,5 Milliarden Menschen auf 7 Milliarden Menschen angestiegen. Im Zeitraum bis 2015 rechnet die UNO mit einem Bevölkerungswachstum von rund 78 Millionen Menschen pro Jahr. Mit der Bevölkerungszahl ist das Konsumniveau gestiegen und damit auch in massiver Weise die Umweltbelastung unseres Planeten. Würden nun alle 7 Milliarden Menschen auf dem Konsumniveau eines Europäers leben, bräuchten wir drei Planeten!

Ja, wir brauchen Wirtschaft, Energie und eine weitgehende Befriedigung unserer Grundbedürfnisse. Was wir aber nicht brauchen sind Konsumgüter, die für Mensch und Natur unter unwürdigsten und gefährlichsten Bedingungen hergestellt wurden oder überholte Technikgeräte, die als Sondermüll irgendwo auf der Erde landen. Von gerechten Löhnen und Gehältern reden wir erst gar nicht. So überschwemmt gebrauchte, von uns aussortierte Kleidung die Märkte in Afrika „für einen guten Zweck“, so dass die afrikanische Textilindustrie keine Überlebenschance hat. Supermärkte, die täglich bis zu 24 Stunden geöffnet haben, bieten alle Nahrungsmittel ständig und – unabhängig von der Saison – in zigfacher Ausführung an, so dass der Konsument sie dann letztendlich ungenutzt in den Müll werfen kann.

Nicht nur aufgrund des demographischen Wandels ist zukünftig, wie auch bereits heute schon, ein Umdenken erforderlich. Ja, wir brauchen auch in Zukunft Wirtschaftswachstum, aber nur dann, wenn es ökologisch und sozial verträglich ist. Denn in absehbarer Zeit haben wir definitiv keine 3 Planeten zur Verfügung.

Fische, Vögel und Kleinstlebewesen verenden weil feinste Plastikpartikel und Chemikalien unsere Meere vergiften. Die massive Abholzung von (Regen)Wäldern, wirkt sich unmittelbar auf unser globales Klima und unsere CO2-Emission aus. Riesige und toxische Müllberge, inklusive radioaktiven Abfalls bedrohen unseren Boden und unser Grundwasser. Wollen wir unseren Kindern unsere Erde lebenswert überlassen, müssen wir JETZT UMDENKEN und JETZT HANDELN. Jeder kann damit beginnen bewusster zu konsumieren und entsprechend bewusster und verantwortungsvoller wegzuwerfen, damit wir unseren Kindern einen intakten Planeten hinterlassen können!

ProDG lädt Sie herzlich dazu ein, an diesem Diskurs teilzuhaben: Am 08. November 2012 um 19.30 Uhr im Europasaal des Ministeriums in Eupen begrüßen wir den aus Rundfunk und Fernsehen bekannten Sozialwissenschaftler und Publizisten Prof. Dr. Meinhard Miegel. Sein Referat mit anschließender Diskussion findet unter dem Motto: „Wirtschafts-Wachstum um jeden Preis???“ statt. Wir freuen uns auf eine spannende Diskussionsrunde.

Karin Hees
Mitarbeiterin der ProDG-Fraktion