Januar 2013: Chancengleichheit

Der Sozialbericht über die Familien mit vielfältiger Problembelastung in der DG von 2010 hat es eindrucksvoll aufgezeigt: Immer mehr Familien in sozial schwierigen Verhältnissen sehen sich gleichzeitig mit einer Vielzahl von Problemen konfrontiert.

Arbeitslosigkeit, gesundheitliche Defizite, psychische Probleme, Schwierigkeiten bei der Erziehung der Kinder, eine Behinderung oder Armut treten dann bisweilen als belastender Mix auf.

Die betroffenen Familien finden selten alleine den Weg heraus aus ihrer komplexen Situation und sind angesichts ihrer vielschichtigen Probleme oft überfordert.

Daher begrüßen wir sehr, dass die Regierung der zentralen Empfehlung des Sozialberichts gefolgt ist und ein Pilotprojekt im Bereich Case Management in die Wege geleitet hat.

Dabei geht es darum, dass sich die vielen sozialen Dienste und Organisationen, die in der DG bereits hervorragende Arbeit leisten, noch besser aufeinander abstimmen und fallbezogen ihre Hilfen absprechen. Den Familien bleibt damit eine Odyssee, von einem Dienst zum nächsten, größtenteils erspart. Wir wünschen dem Pilotprojekt viel Erfolg!

Soziale Chancengleichheit lässt sich aber auch auf vielen anderen Feldern herstellen. Die Regierung hat angekündigt, das Problem der fehlenden Betreuungsplätze für Kleinkinder, bei Tagesmüttern oder in Kinderkrippen, in Angriff nehmen zu wollen.

Viele Eltern haben große Schwierigkeiten, einen Platz für ihr Kleinkind zu finden und damit Familie und Beruf besser miteinander in Einklang zu bringen.

Grund ist einerseits ein steigender Mangel an Tagesmüttern, für die wir bereits seit Jahren ein verbessertes und attraktiveres Statut fordern, das jedoch nur mit dem Föderalstaat ausgehandelt werden kann. Andererseits ist aber auch die Nachfrage nach Betreuungsplätzen in den letzten Jahren stark angestiegen. Das bestätigt eine kürzlich durchgeführte Bedarfserhebung auf Ebene der DG, obwohl die sogenannte Lissabon-Norm (d. h. eine Betreuungsmöglichkeit für mindestens 33 % aller Kleinkinder) bei uns erfüllt ist. Die ProDG-Fraktion im Parlament unterstützt daher die Regierung bei ihrem Vorhaben, die Anzahl Betreuungsplätze in den nächsten Jahren zu erhöhen. Dadurch leistet sie, sozusagen nebenher, auch einen sinnvollen Beitrag zur Chancengleichheit.

Wir denken, das ist der richtige Ansatz, um den Teufelskreis aus sozialen Problemen und den daraus entstehenden Defiziten bei der Kindererziehung in vielen Familien zu durchbrechen.

Die Investition in Krippenplätze und mehr Betreuungsmöglichkeiten bei Tagesmüttern lohnt sich also auf vielfältige Weise.

Lydia Klinkenberg,
ProDG-Fraktion im PDG