Februar 2013: Perspektiven für Jugendliche!

Wenn man sich heute die Arbeitslosenquoten in der Europäischen Union anschaut, muss man sich Sorgen machen. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt im Schnitt bei 25%. In einigen sudeuropäischen Ländern hat sogar jeder zweite Jugendliche keine Arbeit. Damit einher gehen Perspektivlosigkeit, verminderte soziale Teilhabe, eine erhöhte Gewaltbereitschaft und Armut.

Glücklicherweise liegt die Jugendarbeitslosenquote in der Deutschsprachigen Gemeinschaft mit 12% weit unter dem internationalen und auch weit unter dem belgischen Durchschnitt. Dazu trägt massgeblich das Ausbildungssystem in der DG bei. 96% aller Absolventen einer Lehre finden innerhalb von 6 Wochen einen Arbeitsplatz. Die Integrationsquoten von Schülern aus den technischen Schulen auf dem Arbeitsmarkt sind ebenfalls überdurchschnittlich gut. Unsere bildungspolitischen Reformen zielen darauf ab, dass unser Ausbildungssystem trotz veränderter gesellschaftlicher Rahmenbedingungen erfolgreich bleibt. Wir brauchen zum Beispiel verbesserte spezifische Ausbildungsmöglichkeiten für Jugendliche, die den Sprung in die klassische schulische oder mittelständische Ausbildung nicht auf Anhieb schaffen. Wir können es uns weder aus menschlicher noch aus wirtschaftlicher Sicht erlauben, Jugendliche durch das Netz fallen zu lassen. Die Politik muss die Durchlässigkeit zwischen einzelnen Ausbildungsformen und den gerechten Zugang zu Bildung erhöhen. Ausserdem muss mehr für die Berufsorientierung in den Schulen getan werden. Der kürzlich vom Parlament verabschiedete Rahmenplan für eine zeitgemässe Berufsorientierung in allen Schulen – vom ersten Primarschuljahr bis zum Abitur – bietet hierfür eine geeignete Grundlage. Mittlerweile werden den Lehrpersonen die notwendigen Weiterbildungen angeboten und das erforderliche Unterrichtsmaterial zur Verfügung gestellt. Die eingeleitete fundamentale Reform der Organisationsstruktur des Arbeitsamtes wird ebenfalls dazu einen entscheidenden Beitrag leisten, die Berufswahlvorbereitung in der DG zu verbessern. Die angestrebte Zusammenlegung und Modernisierung der PMS-Zentren berücksichtigt diesen Aspekt ebenfalls. In den neuen Rahmenplänen für die 2. und 3. Stufe der Sekundarschule, die vorraussichtlich ab September 2013 an allen Schulen der DG in Kraft treten werden, wird grosser Wert auf die Förderung der personellen und sozialen Kompetenzen gelegt.

Wir leben in wirtschaftlich und finanziell unsicheren Zeiten. Aber eines ist sicher: Gute Bildungspolitik ist die beste Beschäftigungs- und Sozialpolitik. Die DG tut daher gut daran, auch in Zukunft den Bereichen Unterrichts- und Beschäftigungspolitik die grösstmögliche finanzpolitische Priorität einzuräumen.

Lydia Klinkenberg
ProDG-Fraktion im PDG