Ebola

„Mit Mundschutz auf Safari“ titelte die FAZ in der vergangenen Woche. Doch die Realität sieht anders aus. Der gesamte Kontinent leidet wirtschaftlich, touristisch und vor allem humanitär – einer Sippenhaft gleich – unter der Epidemie in den westafrikanischen Ländern Liberia, Guinea und Sierra Leone, mit dramatischen Folgen.

Die Hysterie und Angst vor einer Ansteckung ist groß. Umso wichtiger ist es, Aufklärungsarbeit zu leisten. Im Kampf gegen die Seuche und ihre Ausbreitung senden Radiostationen in Liberia neuerdings Beiträge zu den Vorsichtsmaßnahmen in den Lokalsprachen der verschiedenen Volksgruppen. Häufiges Händewaschen und die Vermeidung von Körperkontakt mit Kranken oder Verstorbenen sollen epidemiologisch Abhilfe schaffen.

Laut den Angaben der Weltgesundheitsorganisation haben sich bislang insgesamt ungefähr 14.000 Menschen in 8 Ländern mit Ebola infiziert, ca. 5000 sind gestorben. Die Dunkelziffer liegt vermutlich deutlich höher. Inzwischen scheint das Krisenbewusstsein zu wachsen. So führt unser Land an den Flughäfen Kontrollen bei den aus den von der Epidemie am schlimmsten betroffenen westafrikanischen Ländern eingereisten Passagieren durch. Zudem stellt Belgien diesen Staaten 35 Millionen Euro zur Verfügung, ein Drittel des für humanitäre Hilfe vorgesehenen Budgets und selbst die DG und ihre Gemeinden beteiligen sich finanziell: ein Vorgehen, das wir sehr begrüßen, denn angesichts der steigenden Zahl der Toten und des wachsenden Elends durch die Epidemie werden die Rufe nach einem stärkeren internationalem Engagement und medizinischem Personal immer eindringlicher.

Ein konzertiertes, international abgestimmtes Vorgehen ist wichtiger denn je, um die Übertragungsketten zu unterbrechen und die Seuche zu stoppen. Der EU kommt in diesem Kontext eine wichtige Bedeutung zu. Zeitgleich muss vor Panikmache gewarnt werden, denn die Krankheit ist beherrschbar. Sie ist nicht über die Luft übertragbar wie Grippe, sondern erfordert Körperkontakt und den Austausch von Körperflüssigkeiten, und ist auch nicht ansteckend, bevor nach 8-10 Tagen Symptome aufgetreten sind. Unsere stabile Gesundheitsversorgung gewährleistet die rasche Behandlung von Einzelfällen. Die Ausbreitung kann also gestoppt werden. Schlussendlich jedoch ist der beste Schutz vor Ebola die Hilfe für Westafrika selbst.

Lydia Klinkenberg für die ProDG-Fraktion