April 2013 – Schnupperwochen

Die  Auflage 2013 der „Schnupperwochen“ in ostbelgischen Betrieben ist ein toller Erfolg. Rund 330 Betriebe – darunter fast alle Altenheime, Pflegeheime und die beiden Krankenhäuser – sowie mehr als 250 Jugendliche nehmen daran teil. Dies verdeutlicht zum Einen die hohe Ausbildungsbereitschaft der hiesigen Betriebe. Als Gesellschaft haben wir allen Grund, den Betrieben in der DG dafür dankbar zu sein. Zum anderen zeigen solche Teilnahmequoten aber auch erneut auf, dass hierzulande zunehmend Fachkräfte gesucht werden.

Mit dem Thema Fachkräftemangel werden wir uns in den nächsten Jahren noch intensiver befassen müssen. Viele Betriebe leiden jetzt schon darunter, vom Unterrichtswesen und dem Pflegesektor ganz zu schweigen. Der demographische Wandel wird dieses Problem noch verschärfen.

Was können wir als DG tun, um dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken? Wir können das Problem nicht alleine lösen. Belgien braucht z.B. dringend eine tiefgreifende Steuer- und Abgabenreform. Dafür ist die DG nicht zuständig. Das muss das föderale Parlament beschließen. Dennoch muss auch die DG bemüht sein, zumindest ihren Beitrag zu leisten. Sie kann zum Beispiel:

  • die Berufswahlvorbereitung in und im Umfeld von Schulen verbessern;
  • mehr Mädchen für Handwerk und Technik begeistern;
  • die Durchlässigkeit und Erleichterung von Übergängen (Schule-Ausbildung-Beruf/Arbeitslosigkeit-Beruf) ausbauen;
  • den Anteil der über 50-Jährigen in Beschäftigung erhöhen (beispielsweise durch eine Optimierung der Vermittlungsstrategie, angepasste Schulungsangebote)
  • auch den schwächeren Jugendlichen durch entsprechende Hilfeleistungen und angepasste Ausbildungen die Möglichkeit geben, sich langfristig auf dem Arbeitsmarkt halten zu können und den steigenden Anforderungen in den unterschiedlichen Berufen gerecht zu werden;
  • die Weiterbildung der Mitarbeitenden in den Unternehmen fördern;
  • Hilfestellungen für Betriebe beispielsweise zur Ermittlung der demographischen Entwicklung in ihrem Unternehmen und zu verschiedenen damit verbundenen Themen (flexiblere Arbeitszeiten, Wissenstransfer, Personalentwicklung…) anbieten.

Daran wird zu arbeiten sein. Die Schnupperwochen sind aber auf jeden Fall ein sinnvoller Beitrag zur Berufswahlorientierung. Einige Tage Einblick in die Betriebswelt und in verschiedene Berufe sind von größter Bedeutung, denn nicht alle Jugendlichen haben klar Berufsvorstellungen. Dass seit einem Jahr die Alten- und Pflegeheime und seit diesem Jahr erstmals auch die Krankenhäuser mit eingebunden wurden, begrüßen wir ausdrücklich. Wir beglückwünschen das IAWM, die Ausbildungsbetriebe, die Einrichtungen, die Jugendlichen und die Schulen zu dieser Aktion.

 

Alfons Velz
ProDG-Fraktion im PDG